Guten Morgen, auch heute hat sich ein Türchen geöffnet
Bratapfel
Die drei schönsten von der Hürde Nimm, so hebt das Braten an, Apfelbraten nach der Würde: Kaiser, König, Edelmann.
Steck die gelben in die Röhre, Gib dem Ofen den zur Hut - Wenn ich Windessausen höre, Schmeckt November noch so gut.
Jetzt gewartet. Underdessen Magst du in die Wolken sehn; Freilich sollst du nicht vergessen, Ein- und zweimal umzudrehn.
Bräunt das Goldne, schmilzt das Weiße? Und was funkelt rot mich an? Welcher ists, der Kaiser heiße, König wer und Edelmann?
Nur ein Weilchen noch, ihr lieben Fleißigen ... da habt ihr scheints Beide Tafeln schön beschrieben, Zweimalzwei und Einmaleins.
Hier am Westchen hundert Maschen Ernsthaft rechts und links gestrickt. Wohl ... doch jetzt beiseit die Taschen, Her zum Ofen, hingeblickt!
Seht ihrs nicht mit Mund und Händen? Duftets nicht in Aug und Ohr? Wie, daß wir den Zauber fänden Heimlich hier im Zauberrohr?
Wie, daß man im Zubereiten Eine Winterabendwelt, Alle Tag- und Jahreszeiten Unversehns in Händen hält.
Heißer Saft will niederträufeln, Und wer soll nun Kaiser sein? Auch noch Zucker willst du häufeln? Nimm den Apfel, er ist dein!
(Albrecht Goes 1908-2000, deutscher Schriftsteller)
lg
Micha
"Egal wie sehr wir etwas lieben, wir können es doch nicht so sehr festhalten, dass der Tod es unserem Griff nicht entwinden kann. Was bleibt ist einzig die Gewissheit, dass die Verbindung weiter besteht und wir uns vielleicht irgendwann wiedersehen werden."
"Egal wie sehr wir etwas lieben, wir können es doch nicht so sehr festhalten, dass der Tod es unserem Griff nicht entwinden kann. Was bleibt ist einzig die Gewissheit, dass die Verbindung weiter besteht und wir uns vielleicht irgendwann wiedersehen werden."