Die Leishmaniose ist eine in den tropischen und subtropischen Gebieten der Welt verbreitete Erkrankung, die durch parasitäre Einzeller hervorgerufen und durch den Stich der weiblichen Sandmücke bzw. Schmetterlingsmücke auf Mensch oder Hund übertragen werden kann. Wilde Caniden, Nager, Hunde und Katzen werden als Erregerreservoir der Leishmaniose angesehen. Grundsätzlich unterscheidet man bei der Leishmaniose drei verschiedene Hauptformen: die kutane (Hautleishmaniose), die mukokutane (Schleimhautleishmaniose) und die viszerale (innere Leishmaniose) Leishmaniose, die durch verschiedenste Erregerstämme ausgelöst werden können.
Symptome Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung, die, wenn sie mit Macht ausbricht und unbehandelt bleibt, unter Umständen zum Tod des Hundes führen kann. Da das Symptombild der Leishmaniose sehr vielfältig ist und teilweise in Schüben auftritt, ist es relativ schwierig, eine Leishmanioseerkrankung zu erkennen.
Symptome: Abmagerung, Appetitmangel, Fieberschübe, Hautveränderungen, Fisteln, Geschwüre, Verdauungsstörungen, Lymphknotenschwellungen, Milz-und Lebervergrösserung, Nasenbluten, Blut im Harn oder Kot, Konjunktivitis (Bindehautentzündung) sowie andere Augenerkrankungen, Muskel- und Gelenkprobleme etc.. Erste Anzeichen einer Leishmaniose sind häufig Haarausfall und Schuppenbildung im Augen- (sogenannte Brillenbildung), Ohrrand- und Nasenbereich. Die schuppigen, schorfigen oder teilweise nässenden Hautveränderungen können sich auf Hals, Rücken, Gliedmassen und Pfoten (hier verursachen sie aufgrund von Krallenbettentzündungen nicht selten ein übermässiges Krallenwachstum) ausbreiten. Im Zusammenhang mit Gewichtsverlust, Apathie, Durchfällen, Erbrechen, Muskel- und Gelenkschmerzen etc. bei dementsprechender Vorgeschichte können diese Symptome auf Leishmaniose hinweisen.
Wichtig! Viele Hunde, die über Tierschutzorganisationen aus den südlichen Ländern nach Deutschland gelangen, weisen - ohne dass sie leishmanioseerkrankt sind - selbige Symptome auf, da die jeweilige Lebensgeschichte nicht selten Stoffwechselerkrankungen bzw. andere Krankheitssymptome hinterlassen hat. Nicht jeder Hund, der aus dem Süden kommt und abgemagert ist bzw. Durchfall oder Hautveränderungen zeigt, muss zwangsläufig an Leishmaniose erkrankt sein! Vielen leishmanioseerkrankten Hunden wird z.B. ein Medikament namens Allopurinol verabreicht um den Leishmaniose-Titer zu senken. Eine Nebenwirkung dieses und weiteren Medikamenten ist jedoch, dass diese sich schädigend auf Nieren und Leber auswirken. Um diese Nebenwirkung aufzufangen, empfehlen viele Tierärzte eine purinarme Fütterung. Oberster Grundsatz bei leishmanioseerkrankten Hunden sollte, die Entlastung des Immunsystems und des Stoffwechsels sein, da nur ein starkes Immunsystem Chancen hat, sich dieser Erkrankung zu erwehren.Dies betrifft neben dem Haltungs-und Pflegebereich insbesondere auch die Fütterung.
Hier mehr Infos (eine Infobroschüre von Parasitus Ex e.V.):
Gruß und Wuff Sandra &... Sei friedlich. Sich nicht rächen kann auch eine Rache sein.(Danny Kaye)
Ausser durch die Sandmücke selber könnte die Leishmaniose noch über die Plazenta im Mutterleib übertragen werden. Die Übertragung erfolgt jedoch nicht zwangsläufig. Es kann innerhalb des Wurfes einer infizierten Hündin sowohl infizierte wie nicht infizierte Welpen geben. Einige Welpen weisen einen Antikörpertiter auf, ohne selbst infiziert zu sein. Der Titer geht in solchen Fällen innerhalb des ersten Lebensjahres zurück.
Direkte Übertragungen Tier zu Tier oder Tier zu Mensch wurden bisher nicht nachgewiesen. Allerdings gibt es einige ungeklärte Fälle, u. a. in Amerika, wo bislang nicht klar ist, WIE sich Hunde infiziert haben, ohne in einem Endemiegebiet gewesen zu sein.
Leishmaniose-Hunde haben oft offene Ekzeme, in deren Wundsekret (nicht im Blut!) Leishmanien nachweisbar sind.
Diese sind theoretisch infektiös, wenn sie direkt von ddem Ekzem in das Blut (oder eine Wunde) von Tieren oder Menschen gelangen. Ein Nachweis wurde bisher aber noch nicht beschrieben. Dennoch sollte man infizierte Tiere mit Verletzungen grundsätzlich von Kindern fernhalten, und natürlich auch selbst größte Hygiene walten lassen.
An der Luft sind Leishmanien nicht lebensfähig. Sollte Wundsekret also beim Vorbeilaufen an Gegenständen hängenbleiben oder auf den Boden tropfen, ist die Infektionsgefahr vorbei, sobald es antrocknet, spätestens nach wenigen Minuten.
Durch Hundebisse kann Leishmaniose nicht übertragen werden, da im Speichel keine Leishmanien vorhanden sindAuch über die Luft, Tröpfcheninfektion oder Körperausscheidungen wie Kot und Urin ist keine Übertragung möglich. Eine Übertragung beim Deckakt wäre theoretisch möglich, z. B. infolge der Ausscheidungen der Hündin. Untersuchungen liegen hierzu noch nicht vor. .
Selbst bei Kontakt mit frischem Blut (bei frischen Verletzungen des infizierten Hundes) besteht kaum ein Infektionsrisiko, da im frischen Blut kaum Leishmanien enthalten sind. Lediglich bei HIV-infizierten Menschen, die gleichzeitig Leishmaniose haben, ist bisher der Nachweis von Leishmanien im Blut gelungen.